Agilität ist kein Projekt, sondern eine Reise

by in Human Resources, "ImPuls des Tages"

Agilität

Noch bevor agile Arbeitsorganisationen ihre Leistungsfähigkeit flächendeckend unter Beweis stellen können, wenden sich erste Unternehmen bereits wieder enttäuscht ab. Der Grund: Ihnen gelingt es nicht, über die Einführung von agilen Methoden hinaus, auch das Mindset ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte zu verändern. Wie Unternehmen den Schritt vom „Doing Agile“ zum „Being Agile“ schaffen können, war in diesem Jahr einer der Schwerpunkte auf dem BestPractice Day der Unternehmensberatung Staufen. Mehr als 330 Führungskräfte waren auch in diesem Jahr wieder zu Europas führendem Lean-Kongress nach Darmstadt gekommen.

Was bedeutet Agilität eigentlich?

„Agilität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, schnell auf Veränderungen reagieren und sich an neue Herausforderungen anpassen zu können“, sagte Dr. Andreas Romberg, der als Senior Partner bei Staufen das Thema Agilität verantwortet. „Vereinfacht gesagt, werden durch Agilität die informellen Strukturen, mit denen schon früher die Kohlen aus dem Feuer geholt wurden, nun legitimiert“, so Agilitäts-Experte Romberg. „Diesen Wechsel von hierarchischen Strukturen hin zu Team-Kreisen bekommt ein Unternehmen nicht hin, wenn nicht gleichzeitig Themen wie Weltanschauung, Menschenbild und Haltung angegangen werden.“

Wie weit ihr Unternehmen auf diesem Weg schon ist, konnten die mehr als 330 Teilnehmer per Smartphone-App bei einem Live-Agilitäts-Reifegrad-Check überprüfen. Ergebnis: Die Unternehmen wissen eigentlich sehr genau, dass sie an ihren Organisations- und Führungsstrukturen arbeiten müssen, um das eigentliche Potenzial einer agilen Arbeitsweise zu heben. Weitere wichtige Erkenntnis: Agilität ist nicht die Antwort auf komplizierte Aufgaben, sondern auf komplexe Fragestellungen.

Kulturwandel ist kein Projekt, sondern eine Reise

Vor welchen komplexen Herausforderungen die Wirtschaft aktuell steht, machten auf dem BestPractice Day zahlreiche Unternehmen in Vorträgen und Workshops deutlich. So erläuterte etwa Rainer Rueß, Leiter der weltweiten Produktionsplanung von Mercedes-Benz Cars, wie sein Unternehmen neben der Digitalisierung der Fertigung künftig auch auf viele kleinere, über die gesamte Welt verteilten Werke setzen werde, um besser auf die Folgen internationaler Handelskonflikte reagieren zu können. Und Joerg Alois Blunder, der als Vice President Organizational Culture bei Coca-Cola European Partners gerade den Merger der deutschen, britischen und spanischen Abfüller zu managen hat, ergänzte: „Kulturwandel ist kein Projekt, sondern eine Reise.“

Wenn man auf diese Reise auch die Generationen Y und Z mitnehmen möchte, ist wohl allerdings noch einiges zu tun. Philipp Riederle, Jahrgang 1994 und u.a. als Podcaster („Mein iPhone und Ich“) erfolgreich, machte sehr klar, dass seine Altersgenossen und er nicht mit Kicker, XXL-Sitzkissen und etwas Loft-Atmosphäre zu ködern seien. Sein Appell an die deutsche Wirtschaft kann somit auch als das Fazit des BestPractice Days 2019 verstanden werden: „Seid offen! Baut Barrieren ab! Habt keine Angst!“

ots


Unternehmen, die Interesse an einem Agilitäts-Reifegrad-Check der Staufen AG haben, wenden sich bitte an Dr. Andreas Romberg (a.romberg@staufen.ag)