Vorbildrolle: So überzeugen erfolgreiche Führungskräfte

by in "ImPuls des Tages", Mitarbeiterführung

Vorbildrolle

Hierarchiegeführte Unternehmen haben ausgedient. Genauso wie der Dienst nach Vorschrift und die langfristige Motivation durch Belohnung. Ganz im Gegenteil, Mitarbeitende wollen heute einer Arbeit nachgehen, die für sie Sinn und Zweck erfüllt. Dann sind sie zu Hochleistungen motiviert. Doch wie schaffen es Führungskräfte diesen individuellen Bedürfnissen nachzukommen und gleichzeitig die unternehmerischen Ziele zu erreichen? Dieser Beitrag bringt Licht ins Dunkel.Mitarbeiter

WAHRE MOTIVATION KOMMT VON INNEN

Wenn wir von der Arbeitswelt 4.0 sprechen, denken wir an flache Hierarchien und eigenverantwortliche Mitarbeitende, die im Team Höchstleistungen erbringen und flexibel jeder Veränderung ins Auge schauen.

Damit aus diesem Wunschdenken Realität wird, braucht es vor allem eins: Mitarbeitende, die von innen heraus motiviert sind und eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ausführen. So verfolgen sie voller Interesse, Freude, Neugier und Ausdauer ihre Arbeit. Und all dies ist die Basis für erfolgreiche Unternehmen mit Innovationsgeist und motivierten Mitarbeitenden.

Motivationspsychologen nennen diesen Antrieb «intrinsische Motivation». Im Gegensatz zur «extrinsischen Motivation», die mit materieller Belohnung, Überwachung oder sozialer Bewertung (z.B. Tadel) von aussen gesteuert und kontrolliert wird. Das Problem an der «extrinsischen Motivation» ist, dass sie sofort erlischt, wenn der äussere Einflussfaktor wegfällt. Belohnungen oder Strafen nützen also nichts. Möchte man erfolgreich etwas verändern, so muss man die innere Haltung ändern.

EIN BETRIEBSKLIMA MIT EINLADUNGSKULTUR SCHAFFEN

Führungskräfte sollten somit Rahmenbedingungen schaffen, in denen die Mitarbeitenden eigenen Antrieb entwickeln und die Lust wecken, sich für das Unternehmen einzusetzen. Dafür braucht es eine Unternehmenskultur mit Einladungsfunktion, in welcher die Mitarbeitenden quasi «eingeladen» werden, sich für das Unternehmen zu begeistern und damit die gewünschte innere Haltung annehmen.

Unternehmen mit Einladungskultur erkennt man insbesondere an ihrer Klarheit über die Unternehmensziele, ihrer offenen Kommunikation unter allen Führungspersonen und Mitarbeitenden, der Verantwortungsübernahme jedes einzelnen die Geschäftsziele zu erreichen, der Freude, dem Innovationsgeist und der hohen Motivation von innen. Was diese Unternehmen nicht kennen, sind hohe Fehlzeiten und Fluktuationen, sinkende Produktivität und Häufung von verpassten Lieferterminen, Fehlern und Pannen.

Eine Einladungskultur zu schaffen, beginnt mit der Veränderung der eigenen inneren Haltung. In diesem Prozess übernehmen alle Führungskräfte die Vorbildrolle und bilden somit den Kern der Einladungskultur. Auf was es dabei ankommt, sind drei wesentliche Punkte.

Punkt 1: Die Unternehmensziele müssen «brennen»

Ziele, welche wir mit Lust und Freude verfolgen, «brennen» in uns und entspringen unserer Leidenschaft. Genau dies macht uns zur Einladung für andere. Andere bekommen Lust an unserem Ziel. Und alle, welche die Einladung annehmen, werden mit Lust und Leidenschaft unsere Ziele verfolgen. Und sie erleben Sinn und Zweck in ihrem Tun und sind dadurch hoch motiviert.

Deshalb wollen Sie als Führungskraft in der Vorbildrolle immer überprüfen, dass das Feuer für die Unternehmensziele in Ihnen brennt. Denn nur durch Ihr eigenes Feuer, entfachen Sie auch das Feuer Ihrer Mitarbeitenden. Doch wie erkennen Sie, ob die Ziele wirklich in Ihnen «brennen»? Viele Menschen empfinden dies als grosse Herausforderung. Deshalb zögern Sie nicht und nehmen Sie die Unterstützung eines professionellen Coaches in Anspruch. Dieser schafft mit Ihnen Klarheit über Ihre Werte, Stärken und die eigene Lebensvision – alles Quellen unserer «brennenden» Ziele.

«Führung bedeutet nicht Herrschaft, sondern die Kunst, Menschen dazu zu bringen, dass sie für ein gemeinsames Ziel arbeiten.»
Daniel Goleman

Punkt 2: Die Mitarbeitenden müssen sich wahrgenommen fühlen

Brennende Ziele allein reichen nicht aus, um langfristig motiviert zu bleiben. Wir brauchen auch ein gewisses Mass an Autonomieerleben bei der Zielverfolgung. Als Führungskraft in der Vorbildrolle ist es deshalb wichtig, dass Sie Ihren Mitarbeitenden die notwendige Verantwortung übergeben. Dadurch fördern Sie die empfundene Freiheit und das unternehmerische Denken, welches sich positiv auf die Arbeitsleistung und die Zufriedenheit auswirken.

Verantwortung übergeben heisst gleichzeitig auch regelmässiges Feedback geben. Anerkennung für gute Leistung ist besonders wichtig. Denn wir wollen als Individuum wahrgenommen werden. Dazu brauchen wir Rückmeldung zu unserem Arbeitsfortschritt und zu unserer Leistung, um im «Flow» zu bleiben. Als Führungskraft ist es deshalb wichtig, dass Sie für Ihre Mitarbeitenden immer erreichbar sind und ein offenes Ohr für ihre beruflichen und privaten Anliegen haben. Andererseits riskieren Sie Unter- oder Überforderungen bei Ihren Mitarbeitenden, die dem Unternehmensklima und der Leistung abträglich sind.

Punkt 3: Die beruflichen Perspektiven müssen klar sein

Die meisten von uns wollen wissen, wohin wir uns beruflich entwickeln wollen und was es dazu braucht. Als Führungskraft in der Vorbildrolle wollen Sie deshalb die beruflichen Perspektiven mit Ihren Mitarbeitenden rechtzeitig und regelmässig besprechen. Ansonsten riskieren Sie, dass die berufliche Reise ausserhalb Ihres Unternehmens stattfinden wird.

Die erfolgreichsten Unternehmen investieren zudem viel in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Auch damit schenken Sie Wertschätzung und Vertrauen. Und dies wirkt sich wiederum positiv auf die innere Motivation aus.

Diese drei Punkte sind Voraussetzung für eine Einladungskultur. Eine Kultur, die Mitarbeitende zu Höchstleistungen motiviert. Der Weg dahin kann in der Praxis holprig sein. Besonders herausfordernd kann die Übernahme der Vorbildrolle durch die Führungskräfte sein. Denn alte Führungsmuster abzulegen, braucht Bewusstsein, neue Handlungsalternativen und viel Übung. Investieren Sie deshalb mit einem Führungskräfte-Coaching in sich und in die Zukunft Ihres Untenehmens.


Katharina ChicherioKatharina Chicherio ist Gründerin und Geschäftsführerin des Celo Coaching Instituts in Pfäffikon SZ. Geboren und aufgewachsen ist sie in der ehemaligen DDR. Nach dem Mauerfall, haben ihre Eltern berufliche Angebote als Nationaltrainer der Schweizer Ski-Biathleten und Sport-Physiotherapeutin erhalten. Daraufhin wanderten sie 1991 in die Schweiz aus. Sie absolvierte eine Kaufmännische Ausbildung, erlang die Eidgenössische Matur und studierte Betriebswirtschaft an der Universität Bern. Danach arbeitete sie über 10 Jahre in der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG als Mitglied des Kaders in Führungspositionen. Parallel absolvierte sie eine mehrjährige Coaching-Ausbildung und startete ihr heutiges Psychologiestudium an der Fernuniversität Schweiz. Im Jahr 2018 gründete sie das Celo Coaching Institut. Als unabhängiger Coach und Sparringspartner unterstützt sie Unternehmer und Führungskräfte in ihren täglichen Herausforderungen und bei dem Ziel das Aussergewöhnliche zu erreichen. Sie erreichen Katharina Chicherio unter Mail info@celo-coaching.ch; oder Tel.: +41 (0) 79 39 58 38 4;