
Der Champion baut seine Führung aus: Amazon hat mittlerweile eine brutale Marktmacht im deutschen Einzelhandel. Doch dafür sorgen auch ausgerechnet die Marktteilnehmer, die immer beklagen, dass ihnen der amerikanische Online-Riese die Umsätze klaut.
Durch Amazon findet der deutsche Einzelhandel auch im Internet statt, so muss man die aktuelle Erhebung des Handelsverbands Deutschlands (HDE) interpretieren. In dessen „Onlinemonitor 2018“ wird das Marktvolumen des deutschen Onlinehandels im Jahr 2017 auf 48,9 Milliarden Euro taxiert, 5,7 Milliarden Euro mehr als 2016.
Fast die Hälfte aller Umsätze geht an Amazon
46 Prozent. So groß ist der Anteil von Amazon beim deutschen Onlineanteil. Heißt, der Rest der Branche muss sich die anderen rund 50 Prozent teilen. Damit ist Jeff Bezos der wichtigste Online-Handelsmensch in Deutschland.
Doch es geht längst nicht nur um den reinen Onlinehandel, denn Amazon profitiert längst auch von besagten stationären Händlern, wie der HDE festgestellt hat. Denn auf Amazon-Marketplace entfallen mittlerweile 25 Prozent des deutschen Onlineumsatzes – 2009 waren es noch 9 Prozent.
Marketplace lebt von stationären Händlern
Um 2,1 Milliarden Euro wuchsen die Marketplace-Umsätze, beim Handelsumsatz waren es nur 1,1 Milliarden Euro. Und: 12 Prozent des Marketplace-Volumens rechnet der HDE den stationären Händlern zu, also der Klientel, die immer klagt, dass Amazon ihnen die Kunden wegnimmt.
Amazon hat sich damit tief in die Handelsstrukturen in Deutschland eingegraben. Es geht nichts mehr ohne Bezos. Kein Wunder, dass er zuletzt famose Quartalszahlen verkünden konnte.
Nähere Infos finden Sie im Onlinemonitor 2018 des HDE. Eine Verdichtung der Ergebnisse finden Sie in einem aktuellen Artikel von Steffen Gerth in der e-tailment vom 30.4.18