Rolf Klein hat in seinem letzten Blogbeitrag die „operative Auslegung“ der Möglichkeiten und Grenzen von Big Data aufgezeigt. Ich möchte gerne ergänzend Prof. Oliver Günther, Präsident der Gesellschaft für Informatik, des Berufsverbands der Informatiker, zitieren und weiterdenken. Er sagte vergangene Woche auf den „Big-Data-Days“: Die Big Data Nutzung ist als „neue Schlüsseltechnologie“ für Forschung und Industrie zu sehen und damit ein interdisziplinäres Thema und eine gesellschaftliche Herausforderung.
Daten als vierter Produktionsfaktor neben Kapital, Arbeit und Rohstoffen – Wettbewerbschance auch für den Mittelstand?
Wie der Arbeitskreis der Bitkom zu Big Data in seinem Leitfaden konstatiert, sind Daten als vierter Produktionsfaktor neben Kapital, Arbeit und Rohstoffen zu sehen. Insofern ist es speziell auch für den Mittelstand wichtig, die Wettbewerbs- und Profilierungschancen im Umgang mit Big Data nutzen zu können.
Allerdings, so Prof. Günther, hat der Mittelstand gerade in Bezug auf die Sicherheitsaspekte Bedenken. Weitergedacht bedeutet dies für mich auch, dass der Mittelstand – anders als für diese Fragestellung strukturell-finanziell in der Regel besser aufgestellte Großbetriebe – unter Umständen weniger gut in der Lage ist, diesen neuen Produktionsfaktor zu nutzen.
„Datenschutz Made in Germany“ als Marke – und eine Chance auch für die Marktforschung
Wie Rolf Klein in seinem Blogbeitrag schon schrieb: Der Marktforschung kommt hier eine besondere Rolle zu. Intern diskutiert die Branche schon lange über den Umgang und ringt um eine Position zu Big Data. Aber auch vor Big Data waren mit „smaller data“ schon international unterschiedliche Datenschutzbedingungen ein Thema – da gab es auch schon mal hitzige Diskussionen bis hin zu ausgesprochenen Rügen des Deutschen Rat der Markt- und Sozialforschung bei Missachtung durch Verlagerung von Datenanalysen in „datenschutz-weichere“ Länder. Insofern halte ich den Gedanken einer Marke „Datenschutz Made in Germany“ für einen wirklich relevanten und verfolgenswerten Gedanken. Und wäre ein klarer USP für die heimische Wirtschaft und ein Aspekt eines Sicherheitsnetzes im Umgang mit Produktionsfaktor 4.
Big Data – Fragen dazu? Lassen Sie uns darüber sprechen! Was versteht man unter Big Data überhaupt? Welchen Nutzen habe ich? Welche Daten – für welche Fragen? Welche Daten sind relevant? Wo sind ethische/datenschutzrechtliche Grenzen?
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Link zum Interview von Prof. Günther, Präsident der Gesellschaft für Informatik
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